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Kyros II., der Große
König von Persien 559 - 530 v. Chr., Begründer des persischen Großreiches, des ersten Weltreiches und somit auch der ersten Weltmacht der Geschichte.
Kyros der Große, dessen Herrschaftsgebiet von Ägypten bis Indien reichte, zog 539 v.Chr. gegen Babylon, besiegte die babylonischen Truppen und eroberte Jerusalem. Er verzichtete dabei auf Zerstörung und Plünderung, eine für die damalige Zeit ganz ungewöhnliche Milde. Er befreite die versklavten und verschleppten Juden aus ihrer babylonischen Gefangenschaft und gestattete ihnen die Rückkehr nach Jerusalem. Er gab ihnen ihre Heiligtümer zurück und erlaubte ihnen den Wiederaufbau ihrer zerstörten Tempel, unter anderem des „Jerusalemer Tempels“ (vollendet um 515 v. Chr.).
Den Beleg für oben genannte Ereignisse liefert ein, im heutigen Irak gefundener Tonzylinder, auf dem die Geschehnisse der damaligen Zeit schriftlich festgehalten sind. Dieses bedeutende Dokument wird im Britischen Museum aufbewahrt. Es folgt ein Auszug aus dem übersetzten Text: "Ich Kyros [Cyrus], König des Weltreichs, großer und mächtiger König, König von Babel, König von Sumer und Akkad, König der vier Weltufer, König der Könige. . . die Städte [jenseits] des Tigris, deren Wohnsitze von altersher (?) verfallen waren - (überall) brachte ich die dort wohnenden Götter an ihren Ort zurück und ließ sie eine ewige Wohnung beziehen. Alle ihre Leute versammelte ich und brachte sie zurück zu ihren Wohnsitzen."

Dieses bedeutende Ereignis unter Kyros findet im Alten Testament im Buch Jesaja Erwähnung:

 Jesaja 45,1: So spricht der Herr zu Kyrus, seinem Gesalbten, den er an der rechten Hand gefasst hat, um ihm die Völker zu unterwerfen, um die Könige zu entwaffnen, um ihm die Türen zu öffnen und kein Tor verschlossen zu halten: 

Jesaja 45, 13: Ich habe ihn (Kyrus) aus Gerechtigkeit zum Aufbruch veranlasst. Alle Wege ebne ich ihm. Er baut meine Stadt wieder auf, mein verschlepptes Volk lässt er frei, aber nicht für Lösegeld oder Geschenke. Der Herr der Heere hat gesprochen. 

Kyros der Große sorgte im übrigen für die Errichtung eines toleranten und humanen Herrschaftssystems, das die Glaubensfreiheit jedes einzelnen garantierte.


Ibn Sina (Avicenna)
Abu Ali al Hossein ibn Sinna, lateinisch Avicenna, der Arzt aller Ärzte, wurde 980 in Bukhara geboren , das zu dieser Zeit zu Khorasan gehörte. Bis zu seinem 10. Lebensjahr widmete er sich dem Koranstudium, danach studierte er Logik, Geometrie und Astronomie. Da er schon als Knabe seine Lehrer überflügelt hatte, brachte er sich selbst Physik, Metaphysik und Medizin bei. Mit 17 Jahren hatte er sich bereits durch eine eigene Arztpraxis große Erfahrungen in der praktischen Medizin angeeignet. Es gelang ihm, den Samanidenfürsten Nuh ibn Mansur zu heilen, und dieser machte ihn zu seinem Leibarzt.
Avicenna
, der in gesamten Orient Fürst aller Wissenschaften genannt wird, war nicht nur ein bahnbrechender Mediziner, sondern ein ungeheuer vielseitiger Gelehrter, der es verstand, das wissen seiner Zeit zu systematisieren. Avicenna war ein brillanter Heilkundiger und Denker mit herausragenden Leistungen auf den Gebieten der Medizin und der Philosophie.Von seinen zahlreichen Büchern sind besonders seine philosophische Enzyklopädie und sein medizinisches Hauptwerk über die Gesetzmäßigkeiten in der Heilkunde zu nennen. Seine zumeist in arabisch, der wissenschaftssprache der Muslime, abgefaßten Werke wurden in die zeitgenössischen abendländischen sprachen übersetzt, und seine medizinischen Erkenntnisse beeinflußten die Lehre an den europäischen Universitäten bis in das 18. Jh. hinein. Sein Werk "Kanon der Medizin" (lateinische Übersetzung von Gerhard von Cremona im 12. Jahrhundert) löste die Klostermedizin des lateinischen Westens durch wissenschaftliche Verfahren ab und war über 700 Jahre lang in Lehre und Praxis bis zum Beginn moderner Medizin (an den europäischen Universitäten vom 12. bis zum 17.Jahrhundert) unbestrittene Autorität.                                                                    

Ibn Sina erkannte unter anderem, dass Tuberkulose ansteckend ist. Er lieferte exakte Beschreibungen anderer infektiöser Erkrankungen, unterschied Formen der Hepatitis und gab eine differential-diagnostische Unterscheidung von Lungen- und Rippenfellentzündung. Auch beschrieb er lokale Tumore, die man heute als Krebs bezeichnen würde und stellte fest, dass die Wucherungen im ganzen Organismus auftreten können. Und im Gegensatz zur Wundeiterung, die man nach Hippokrates als wünschenswerte Selbstreinigung angesehen hatte, lehrte Ibn Sina die Asepsis, die eiterungslose Wundbehandlung. Dafür verwendete er warme, weiche Kompressen mit Kräutern und starkem Rotwein, dessen Anwendung der Islam zu medizinischen Zwecken erlaubt. Auch die philosophischen Schriften Avicennas bedeuteten einen Meilenstein in der Geschichte vor allem der Philosophie. Sein diesbezüglich bekanntestes Werk trägt den Titel "Kitab ash-Shifa" ("Die Heilung") und enthält Beiträge über aristotelische Logik, Metaphysik, Psychologie, Naturwissenschaften und andere Themen. Seine Enzyklopädie "Buch der Genesung der Seele" hatte prägenden Einfluss auf Albert den Großen und Thomas von Aquin.
In persischer Sprache schrieb er zwei Handbücher, eine Abhandlung ‚“Die wissenschaft des Pulses“ und ein philosohpisches Werk über die Gelehrsamkeit im allgemeinen. Avicenna war ungeheuer ehrgeizig und konnte keiner Herausforderung widerstehen. Als er bei Hof wegen seiner angeblichen Unkenntnis der arabischen Literatur angegriffen wurde, verfaßte er selbst drei Episteln im Stil bekannter Autoren. Seine Imitationen waren so gut, daß sein Gegner die Fälschung nicht erkannte und deshalb öffentlich eingestehen mußte, daß Avicenna bessere Kenntnisse in der arabischen Literatur hatte als er selbst.

Wie groß sein Ansehen selbst im christlichen Abendland war, zeigt sich auch an der Tatsache, dass ein Abbild von ihm ein buntes Fenster des Mailänder Doms ziert.


Abul al-Qasem Ferdowsi
(geb. 932 bei Tus im Nordosten Irans, gest. 1020) Er entstammte dem aus mitteliranischer Zeit erhalten gebliebenen Kleinadel der Dixane. Diese waren treue Bewahrer der vorislamischen Überlieferung und die Hauptstütze der Samanidenherrschaft. Als Ferdowsi sich um 975 an die epische Bearbeitung der legendären und der geschichtlichen Überlieferung des alten Iran machte, konnte er daher auf wohlwollende Förderung rechnen.
Mehr als 30 Jahre arbeitete er an seinem gigantischen, über 50.000 Verse umfassenden “Shahname”, dem Königsbuch, in dem er die Geschichte Irans vom ersten Menschen bis zum Sieg des Islam in rein persischer Sprache und frei von arabischen Wörtern, die sich aufgrund der arabischen Invasion Irans mit der persischen Sprache vermischt hatten, darstellte.
Ein großer Teil dieses Werkes kreist um den legendären Helden Rostam, der am Ende zur tragischen Figur wird: Obzwar im Kampf unbesiegbar, tötet er, ohne es zu wissen, seinen Sohn Sohrab. Eng verknüpft mit diesen Heldengeschichten ist die Schilderung des Kampfes zwischen Iran und dem mythischen Land Turan-Symbol für den im zoroastristischen Gedankengut so bedeutsamen Kampf zwischen Gut und Böse.
Von besonderem Interesse ist, daß Ferdowsi keinen Gegensatz zwischen der Verklärung des altiranischen Erbes und seiner Identität als Muslim sah. Ferdowsi war Verehrer der iranischen Vergangenheit und gläubiger Schiit zugleich. Wohl auch deshalb entwickelte sich sein Werk bald zum iranischen Nationalepos schlechthin.
Darüber hinaus hat Ferdowsi jedoch auch andere Volksschichten in seine seine Darstellung einbezogen. Selbst Männer wie Kave Mazdak, die sich gegen die herkömmliche Ordnung auflehnten, hat er mit Sympathie, sogar mit weitgehender Billigung gezeichnet. So ist sein Shahname ein wirkliches Volksbuch geworden. Wie kein zweites Werk hat es nachhaltig die Weckung und Bewahrung des iranischen Nationalgefühls gefördert.


Shamseddin Mohammad Hafez
(geb. in Shiraz 1317 und gest. 1390) Das wenige , das uns vom Leben dieses größten lyrikers persischer Sprache bekannt ist, hat die Überlieferung durch viele Legenden zu bereichern versucht. Sicher ist, daß er einer Handwerkerfamilie entstammte und in Shiraz eine so gründliche Ausbildung genoß, daß er sogar den ganzen Koran auswendig wußte. Später wirkte er als Lehrer an einer geistlichen Schule , verfaßte auch eine Reihe theologischer Werke und scheint gleichzeitig in einer freigesinnten Sufi-Gemeinschaft gewesen zu sein, die sich aus Angehörigen des städtischen Handwerkerstandes zusammensetzte.
Seine Wein - und Liebeslieder gefielen dem lebenslustigen und leichtsinnigen Sheikh Abu Ishak Inju ausnehmend, doch nach dem Sturz durch Mubariseddin Mohammed Mozafar brach für Dichter eine schlimme Zeit an. Der neue Herrscher war ein finsterer Tyrann und Unduldsamer Eiferer, der die Weinschenken schließen ließ und von weltlichen Gedichten nichts wissen wollte.
Als der Tyrann einer verschwörung seines Sohnes zum Opfer fiel und sein Nachfolger Shah Shudsha den Thron bestieg, brach für Hafez die Zeit seiner größten dichterischen Erfolg an, die seinen Ruhm sogleich weit über die Grenzen von Shiraz trugen.
Sein Fürst, der selber dichtete, schätzte Hafez Verse so hoch , dass er sie in seine diplomatische Korrespondenz einflocht. Des dichters großer Erfolg und besonders seine freimutige kritik an der Geistlichkeit schufen ihm freilich viele Feinde, die es 1368 durchsetzten, daß Hafez nicht mehr bei Hof vorgelassen wurde.
Eine mystische Umdeutung erfährt bei Hafez (wie schon in der Lyrik vor ihm) auch die Weindichtung, wobei der im Islam verbotene Wein (als Reizwort für orthodoxe Muslime) dieser Dichtung auch eine moralische Ambivalenz verleiht. Bei Hafez wird der Wein zur Metapher existenziellen (religiösen und poetischen) Rausches, er symbolisiert die irdische als Spiegel göttlicher Schönheit (z.B. durch das Spiegelbild des Geliebten im Wein). Darüber hinaus verweist der Wein bei Hafez aber auch auf seine Dichtung selbst, die außerdem als »Heiltrunk« und »Wasser des Lebens« erscheint. Im Zeichen von Liebe und Rausch schafft Hafez damit eine dichterische Gegenwelt zu einer von religiösem Gesetz, Herrscherwillkür und Heuchelei deformierten Wirklichkeit. In dieser oszillierenden Mehrdeutigkeit gründet auch Goethes Begeisterung für Hafez´s Dichtung, die durch die Übertragung des Diwans durch J.von Hammer-Purgstall (1812/13) ausgelöst wurde und zur Entstehung des »West-östlichen Divan« führte. Nach Goethe wurden weitere deutsche Lyriker zu Nachdichtungen angeregt (wobei jedoch zum Teil die nur erotisch-anakreontinische Komponente im Vordergrund steht). Die ersten formstrengen Übertragungen der Ghaselen des Hafez schuf F.Rückert. Die persische Lyrik nach Hafez und die spätere indoislamische Lyrik steht enorm stark unter Hafez´s Einfluss. Die Methode der Voraussage über den Ausgang von Ereignissen bzw. Vorhaben (persisch: Fale Hafez, engl.: Hafez Divination) mittels dem Diwan-e-Hafez ist noch heute bei Iranern unterschiedlichsten Alters stark ausgeprägt.


Omar ibn Ibrahim Khayam (al Xayam)
(1021-1122) erhielt in seiner Kindheit eine gründliche Ausbildung in den Natur- und Geisteswissenschaften und wirkte dann selber als Lehrer an einer theologischen Hochschule und als Verfasser wissenschaftlicher Werke in arabischer Sprache. der Sprache der Gelehrten der damaligen Zeit.
Er war Mathematiker, Astronom, Philosoph, Arzt und Dichter. Sein Buch Maqalat FI Al-Jabr wa Al-Muqabila ist ein Meisterwerk der Algebra und hat eine große Bedeutung für die Entwicklung der Algebra. Sein Ruhm als Mathematiker und Astronom machte den seldschukenherrscher Malek Shah (1072-1092) auf ihn aufmerksam, der ihn neben anderen Gelehrten mit der Reform des iranischen Sonnenkalenders beauftragte, der ab 1079 das religiöse Mondjahr als offizielles Zeitmaß ablösen sollte. Die Aufgabe wurde gelöst und verbreitete Khayams Ruhm in der ganzen islamischen Welt. Khayyams Kalender  war bemerkenswert genau. Er hatte eine Abweichung von einem Tag in 3770 Jahren.  
Khayams
vierzeiler, die seinen Ruhm in der westlichen Welt ausmachen, spielen in seinem Leben keine bedeutende Rolle. Sie werden auch von seinen Zeitgenossen nicht erwähnt, die ihn als Mathematiker, Astronomen und Philosophen schätzen und als formen Mystiker


Abu Bakr Muhammed ibn Zakariya al-Razi (Ar-Razi, Rhazes, Razi)

* 28.August 865 in Ray, bei Teheran (Persien, Iran)

† 27.Oktober 925 in Ray

Razi gilt neben Abu Ali al-Hussein Ibn Abdallah Ibn Sina (lateinisch: Avicenna) als wohl der größte orientalische Arzt des Mittelalters und wird daher im muslimischen Raum ehrfürchtig der "orientalische Hippokrates" genannt. In der Tat hat der Arztphilosoph Razi in unzähligen Fachbeiträgen über die unterschiedlichsten Themen sowohl die islamische Welt als auch Westeuropa in der Heilkunde, Alchemie, Philosophie, Astronomie und Theologie beeinflusst. Razis großes Verdienst liegt vor allem darin, dass er den von dem altgriechischen Arzt Claudius Galenus (Galen; 129-199) in 250 Einzelschriften niedergelegten medizinischen Wissensschatz kompendienartig strukturiert und in mehreren Lehrbüchern und Enzyklopädien ("Liber ad Almansorem") zusammenfasste. Damit schuf er einen umfassenden Lehrstoffplan für den medizinisch-theoretischen Unterricht für Ärzte und Studenten, der in seiner lateinischen Übersetzung auch im Abendland bisweit in das 16. Jahrhundert benutzt und geschätzt wurde.
Obwohl sich Razi an die Autoritäten Aristoteles (384-322 v. Chr.), Galens und Hippokrates" (um 460 - 370 v. Chr.) anlehnte, hat er doch immer kritische Distanz zu ihnen gewahrt und eine Vielzahl eigenständiger klinischer Beobachtungen und Krankheitsbilder beschrieben. Selbstbewusst hob er in seinen Schriften hervor und zeigte an Beispielen, dass er bei einigen Krankheiten mehr Erfahrung besaß als beispielsweise Galen. Razi verfasste nicht "nur" 33 Krankengeschichten - unter anderem über Blinddarmentzündung, Durchfall, Krampfanfälle in der Schwangerschaft - exakt, klar, detailliert und in hohem literarischen Stil, sondern beschrieb erstmals in der Medizin zwei Krankheiten minutiös: Die Pocken und Masern. Daneben hinterließ er eine Liste der einfachen Heilmittel mit 829 Stichwörtern. In dem nach seinem Tode von seinen Schülern zusammengestellten Enzyklopädie "Das umfassende Buch" ("Liber continens"), das ursprünglich 20 Bände beinhaltete, von denen noch 10 erhalten sind,wird das Wissen der griechischen Ärzte der Antike und der zeitgenössischen orientalischen sowie indischen Mediziner vermittelt. Er stellte eine Sehtheorie auf, in der er nicht "nur" als Erster die Pupillenreaktion des Auges auf Lichteinfall darstellte, sondern legte auch dar, dass die Luft die Bilder überträgt, und diese durch den "hohlen Sehnerv" die Hirnkammern erreicht. Das Gehirn apostrophierte er als den Sitz der "Lebensgeister" und als das physische Instrument der Seele. Auch in der Zahnmedizin leistete Razi Entscheidendes: So machte er bestimmte Nervenreizungen für den gefürchteten "Zahnwurm" (Zahnschmerzen) verantwortlich und modifizierte zu dessen Betäubung die damals bekannten Räuchermethoden, verordnete Ätzmittel zur Zahnlockerung und empfahl das Füllen kariöser Zähne. Schwangeren Frauen regte der Musiker Razi an,sich "mit Gesängen, Scherzen und allem was Freude bringt, zu beschäftigen".In seinen Schriften zur Alchemie (die meisten sind verloren gegangen) beschrieb Razi ihre Substanzen, Apparaturen und Arbeitsverfahren erstmals in wissenschaftlicher Systematik, und ordnete sie damit in die naturphilosophisch geprägte Vorstufe der neuzeitlichen pharmazeutischen Chemie ein. Darüber hinaus nahm er in seinen Beiträgen auch zu Fragen der ärztlichen Ethik Stellung und beurteilte Praktiken seiner Ärztekollegen durchaus kritisch. Razi vertrat die für seine Zeit ungewöhnliche Meinung, man solle sich für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Wissenschaften einsetzen - womit er wiederum den Autoritäten widersprach - und er vertrat die Akzeptanz einer Theorie, dass alle Dinge aus Atomen aufgebaut seien.


Mevlana Mohammed Rumi
(geb. 1207, gest. 1273 in Konya), über dessen Leben sehr viel berichtet wird, verließ 1219, durch eine Streit genötigt oder aus Furcht vor den herannahenden Mongolen, seine nordostiranische Heimat. Sein Sohn Walad schrieb eine Biographie des Vaters, die der Orden der Mevlana- Derwische als Lebenszeugnis seines Begründers aufbewahrte.
Nach der Überlieferung kam er mit seiner Familie auch durch Neishabur und traf dort mit Attar zusammen. Der greise Dichter habe dem jungen Rumi eine glänzende Zukunft vorausgesagt und ihm ein Exemplar seines Epos „Buch der Geheimnisse“geschenkt, den Knaben damit gleichsam zur Weiterführung seines Werkes berufend. In Konya in Kleinasien, wo die Familie sich schließlich niederließ, wurde Rumi durch seinen Vater, einen angesehenen Prediger, in die theologischen Wissenschaften und nach dessen Tod auch in die Mystik eingeführt. Er selbst wurde ein in Predigt sowie auch Lehre berühmter Geistlicher, der eine Schar von Schülern um sich sammelte und eine Reihe von theologischen Schriften verfaßte.
Rumi
war zweimal verheiratet und hatte vier Kinder. Was Rumis Leben eine ungewöhnliche Wendung gab, war die Begegnung mit Schamseddin-e Tabrizi (1244). , einem damals über 60jährigen Wanderderwisch. Rumi trug ihm seine Liebe als dem irdischen Abbild der Vollkommenheit Gottes an, erregte dadurch aber die Eifersucht seiner Schüler, die Schams zur Flucht zwangen . Rumi war darüber so verzweifelt, daß Sultan Walad ihn zurückholen mußte.
Das wiederholte sich ein zweites Mal, beim dritten Mal verschwand Schams auf geheimnisvolle Weise für immer. Aus Rumis Sehnsucht nach dem Geliebten entstanden die Lieder seines Diwans. Als ihm das Erlebnis mystischer Vereinigung mit dem Ziel seiner Liebe zuteil wurde, gab er seinem Glücksgefühl mit einer Leidenschaftlichkeit Ausdruck, wie wir sie von keinem anderen persischen Dichter kennen. So sehr fühlte er sich eins mit dem Geliebten, daß er seine Gedichte sogar mit dem Autorennamen des Shams von Tabriz makierte.
Als der Dichter später seine Zuneigung auf den Goldschmied sala‘eddin und dann auf seine Sekretär Husameddin übertrug- letzter regte ihn zu seinem Masnavi an -, betrachtete er diese beiden nur als Neuverkörperung seines ersten Freundes.

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